Editorial

Newsletter by Argentus

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

lange hatte man den Eindruck, das Thema Nachhaltigkeit sei noch nicht so richtig in der Immobilienwirtschaft angekommen. Das hat sich nach meiner Wahrnehmung in den vergangenen Monaten stark geändert. So war Nachhaltigkeit auch auf der diesjährigen Expo Real – anders als in den Vorjahren – eines der wichtigsten Gesprächsthemen. Wurde das Thema früher stiefmütterlich behandelt, werden inzwischen konkrete Nachfragen an uns gestellt. So berichtete einer unserer Kunden kürzlich, dass ihm von einem seiner Investoren ein Fragebogen überreicht wurde, in dem er folgende Auskunft geben sollte: „Wie viel Prozent Ihrer Immobilien werden nachhaltig gemanagt?“ – Ganz ehrlich, wie viele in der Immobilienwirtschaft könnten diese Frage zutreffend beantworten? Allgemeingültige Definitionen oder Standards zum Begriff des „nachhaltigen Managements“ gibt es noch immer nicht. Und nur wenige haben bisher versucht, eigene Standards festzulegen.

Wir empfehlen daher jedem Immobilienunternehmen, zunächst ein eigenes Nachhaltigkeitskonzept aufzustellen; sich also zu überlegen, welche Ziele in den Fokus genommen werden sollen und wie die Prozesse dorthin zu strukturieren sind. Eine hilfreiche Basis ist hierfür der sogenannte ESG-Ansatz (Environmental, Social and Governmental), der in zahlreichen Nachhaltigkeitskonzepten verwendet wird. Auf Basis der festgelegten Ziele sind zunächst die konkreten Maßnahmen festzulegen und anschließend ist ein kurz-, mittel- und langfristiger Umsetzungs- und Verbesserungsfahrplan aufzustellen. Das alles sollte man möglichst pragmatisch aufsetzen und keinen Elfenbeinturm bauen. Fragen Sie sich zum Beispiel, welche Daten Ihnen überhaupt vorliegen oder mit überschaubarem Aufwand zu bekommen sind. Sind Fragen wie diese beantwortet, sollten Sie eine konkrete ScoreCard mit ebenfalls sehr konkreten Messkriterien (KPI) entwickeln. Sie werden überrascht sein, wie viele Nachhaltigkeitsmaßnahmen es gibt, die nicht viel kosten, dafür aber großen Nutzen bringen. Beispielsweise schlummern in Deutschlands Gebäuden noch immer zwölf Millionen alte Heizungen. Allein durch den höheren Wirkungsgrad moderner Modelle könnten Unmengen von Emissionen und Kosten eingespart werden. Einige der dafür nötigen Tipps finden Sie in dieser Ausgabe unseres Newsletters.

Ich wünsche Ihnen eine aufschlussreiche und inspirierende Lektüre.

Dr. Konrad Jerusalem

Ihr Dr. Konrad Jerusalem

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